Entscheidendes Bewegen für Diabetes und Radsport

Herzlich Willkommen auf der Vereinsseite des Radsportvereins Entscheidendes Bewegen e.V. Wir sind ein Radsportverein mit diabetischen Typ I, II und Nichtdiabetikern. Du findest auf den folgenden Seiten Informationen über den Verein, die Fahrer, das Training, Radveranstaltungen, Diabetes und viele Artikel – BLOGS mit Erfahrungsberichten über Radsport und Diabetes, die du kommentieren kannst.

Lüneburg RTF

Gestern, am Pfingstsonntag, haben Geli, Holger und ich bei der Lüneburg RTF die 154 Km Strecke unter die Räder genommen. Die Luft war nicht warm aber trocken und die Strecke ist wirklich ein Traum.

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Die 150er Strecke soll 960 Höhenmeter haben. Eine ganze Menge, die meisten davon kommen sicherlich auf der Elbuferstraße bei Hitzacker zusammen.

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Nachdem wir gut in der Zeit und in Form waren, ist mir leider bei Kilometer 100 ein Missgeschick passiert. Ich fuhr auf einer wunderschönen schnurgeraden Straße durch einen Wald vor mich hin. Hing meinen Gedanken nach. Hinter mir im Windschatten hingen Geli und Holger. Irgendwie bin ich von der Straße auf den Grünstreifen gerollt und beim Versuch wieder auf die Straße zu kommen ist mein Vorderrad an der Straßenkante abgeglitscht. Bums und wir lagen alle drei übereinander.

Passiert ist nicht viel: Mein Rad ist etwas mitgenommen, Holgers funkelnagelneues Rennrad hat Schrammen.

Gelis Daumen tut weh, Holger ist auf die Schulter gefallen und ich bin rundum leicht lädiert.

Nach diesem Schrecken zog Geli es vor abzubrechen und eine Reiterveranstaltung zu besuchen. Holger, der sowieso noch den ganzen Weg bis zu seinem Zuhause in Wohltorf vor sich hatte, gab seine Startnummer an der nächsten Kontrollstelle ab und fuhr nach Hause. Ich habe die RTF beendet und habe dann später zuhause meine Wunden geleckt.

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Was könnte man aus dem Unfall lernen? Konzentrierter fahren? Mehr Abstand halten? Sicher alles richtig. Ich würde das Ganze eher unter der Überschrift Pech gehabt, abtun…

Wer mehr über diese wunderbare RTF lesen möchte, kann dies bei www.helmuts-fahrrad-seiten.de machen

Pitt

Dein Freund und Helfer

Unser erster Radmarathon 2013, Rügen Rund tat (fast gar nicht) nicht weh.

 

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Bei bestem Wetter (nicht zu warm und nicht zu kalt) ohne Wind, und auf atemberaubend schönen Sträßchen ohne nennenswerte Anstiegeging es 205 km lang über die größte deutsche Insel.

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 Normalerweise kann man auf Rügen nicht gut Rennradfahren. Wer nicht auf den Fahrradwegen fährt, wird von den Autofahrern gnadenlos angehupt, geschnitten, beschimpft.

 Bei RÜGEN RUND aber fährt man ganz luxuriös mit Polizeischutz. Die ganzen 205 Kilometer fuhr ein Streifenwagen mit Blaulicht vorweg. Auf dem letzten Stück hatten wir zusätzlich Begleitung durch ein Polizeimotorrad. So konnten wir völlig ungehindert über rote Ampeln fahren, Hauptstraßen queren und die ganze Spur zum radeln nutzen. Kommentar eines Verantwortlichen: „Du bist hier auf Rügen, hier muss die Polizei was tun für ihr Geld…“

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Polizei zum anfassen

 

 Fazit: Eine runde Veranstaltung, dieses Rügen Rund.

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Pitt

Das Ziel ist klar!

Es ist jetzt über ein Jahr her, Seitdem ich auf Mallorca mit dem Fahrrad schwer verunglückt bin. Bei einem Fahrradsturz habe ich mir zwei Knochenbrüche zugezogen:
Eine Tibiakopf- und eine Humerusfraktur subkapital. Ich lag in der Clinica Juaneda auf Palma de Mallorca. Dort wurde ich am Knie operiert und  nach einer Woche mit einem Air Berlin Linien Flieger zurück nach Hamburg transportiert.
Hier wurde ich ein zweites Mal im AK Sankt Georg operiert. Nach drei Wochen Krankenhausaufenthalt wurde ich Mitte April entlassen.
Danach begann eine ganz schwierige und harte Zeit für mich. Ich saß im Rollstuhl und für jeden Weg in die freie Natur oder zum Arzt musste ein Krankentransport bestellt werden. Ab Ende Mai konnte ich das erste Mal den Rollstuhl verlassen und meine Gehversuche an Krücken unternehmen. Fast die gesamten Muskeln im rechten Bein hatten sich abgebaut während der Zeit, in der ich das Bein nicht belasten durfte. Während dieser Zeit hat sich auch meine Gelenkkapsel im Oberarm stark verkürzt. Ich konnte meinen Arm nicht mehr endgradig bewegen. Irgendwann war Schluss mit der Bewegung meines rechten Armes nach oben.
Im Juni und Juli 2012 habe ich mein rechtes Bein immer mehr teilbelastet, 10 KG pro Woche. Bin im Internet auf die Pierensteps, elektroniche Gehhilfen gestoßen, die ich mir für 3 Monate gemietet habe. Die waren mir eine Hilfe.
Ende Juli war es dann soweit: Es ging zur stationären Reha nach Mölln. Dort erwartete mich ein ganz geregelter Tagesablauf und Menschen die ähnlich wie ich, schwer vom Pferd gefallen waren. Zum Beispiel Axel: Weltmeister im Bankdrücken und Hobby Rockmusiker. Er schenkte mir drei von seinen CDs  die die er selbst produziert hat.

Axel and the G-Force

Seine Band heißt Axel and the G-Force und macht, wie ich finde, sehr gute Rockmusik.
Die Rehamaßnahme dauerte fünf Wochen. Ich lernte wieder, ohne Krücken oder besser: Gehhilfen zu Gehen. Auf dem Tagesplan stand Stärkung der Beweglichkeit und Kräftigung der Muskulatur. Ich stellte mir auch die Frage, ob ich jemals wieder Radfahren sollte. In einer gruppentherapeutischen Sitzung mit anderen ebenfalls mehr oder minder stark vom Pferd Gefallenen, sagte der Therapeut einen Satz, den wir uns alle eingeprägt haben: Wenn eine alte Gefahrentür zufällt, geht eine neue wieder auf. Das hieß für mich: Irgendwann steigst du wieder aufs Rad und fährst weiter. Beim Wandern z.B. kannst du auch von der Klippe stürzen.
Ich war fünf Wochen in Mölln stationiert und wurde Ende August 2012 entlassen. Im September bin ich nach einem halben Jahr Auszeit wieder zu arbeiten angefangen. Ich bin mit dem Irena Nachsorge Programm der Deutschen Rentenversicherung im Oktober gestartet. Drei Monate lang Habe ich Beweglichkeit In Armen und Beinen trainiert. Wesentlicher Bestandteil des Trainings war die Stärkung der Muskulatur, also Krafttraining unter spezieller Berücksichtigung defizitärer Muskelgruppen. War auch dringend nötig, da ich ja fast keine mehr im Oberschenkel hatte. Die Trainer und Trainerinnen dort waren alle sehr nett und achteten auf eine exakte Ausführung der Übungen. Das war schon manchmal so, wie Vorturnen vorm Chef.
Zweimal die Woche war ich beim Krafttraining. Einmal die Woche saß sich in der Alster Schwimmhalle auf dem Ergometer. Am Anfang 2 Stunden dann zweien 2 1/2 und  bis Ende März 4 Stunden. Mit dem Programm Fettabbau bin ich mit ich konstanter Herzfrequenz gefahren. Ich wollte mir damit die Grundlagenausdauer verbessern um damit eine gute Basis zum Start in die Saison 2013 zu haben.
Holger hatte bei uns angefragt, ob wir Lust hätten im nächsten Jahr zusammen die Vätternseerundfahrt in Schweden zu bestreiten. Ich weiß jetzt nicht mehr wie, aber ich sagte ja.
Am Anmeldungszeitpunkt 6. Oktober gab es eine Absage, jedoch hatten wir Riesenglück und Ausdauer und Ende Oktober meldete sich Geli, das wir vier Startplätze ergattert hätten. Das hieß für mich nächstes Jahr im Juni  300 km um den Vätternsee.Hier mal ein YouTube - Video von einem Fahrer, der gleichzeitig einen Film mit einer Helmkamera gedreht hat:


Anfang Dezember Sind wir nach Braunlage zum SkiLanglaufen  gefahren. Das war ein ganz großer Meilenstein auf dem Weg zur Rehabilitation für mich:

Braunlage

Ohne Sturz und Verletzungen ging es die Hügel rauf und runter.  Im Dezember begann ich wieder mit dem Schwimmen.
Die Bewegung im rechten Arm war zwar noch eingeschränkt, aber immerhin ist mir eine Strecke von  1000 m Ende des Jahres gelungen.
Im Januar 2013 änderte sich mein Trainingspensum: Einmal Krafttraining in der Woche im Move. Die Trainer und Trainerinnen dort waren alle sehr nett, hilfsbereit und kompetent. Ich habe propriozeptiv, also gelenknahe Muskeln und Muskelaufbau im Bein trainiert. Beim Training mit dem Seilzug für die Oberarme legte keine Trainerin die Hände so gefühlvoll auf meine Schultern wie …, damit diese unten bleiben.
Inzwischen  bin ich beim Schwimmen bei 2000 Metern angekommen. Radfahren auf dem Ergometer In der Alster Schwimmhalle Stand zwischen Januar und März auch auf dem Programm. Am Ende 4 Stunden mi einer konstanten Herzfrequenz von 140 Schlägen pro Minute.
Am 1. April, also Ostermontag kam für mich der Tag: Das erste Mal nach über einem Jahr setzte ich mich wieder aufs Rennrad. Ich war noch unsicher, aber 50 km Distanz waren auf jeden Fall schon mal drin:

The day has come !

Danach ging es quasi Schlag auf Schlag: 95, 120  und an diesen Wochenende 150 km Bei der Blankeneser Rundtörn RTF.  Das konsequente, ausdauernde Training, angefangen in Mölln hat sich ausgezahlt. Ohne eine Basis den Winter über zu legen, hätte ich diese Leistungen nicht geschafft. Radlegende Helmut von Helmuts Fahrradseiten hat ein Foto geschossen:

Quelle: Helmuts Fahrradseiten

Die 150 Km am Sonntag sind schon mal die Hälfte der Strecke um den Vätternsee. Es bleibt nicht mehr viel Zeit denn bis zum Start am 14. Juni sind es nur noch sechs Wochen.
Bei meinem Knie hat sich die Beweglichkeit und die Kraft stetig verbessert. Ich kann jetzt wieder die Treppen runter gehen ohne Probleme. Was noch aussteht,  ist das Laufen.  Das habe ich mir für den Spätherbst vorgenommen. Mein Arm ist beweglicher geworden. Eine wichtige Stütze ist mir dabei mein Physiotherapeut, zu dem ich zweimal in der Woche gehe.
Die Arbeit von Physiotherapeuten wird leider in Deutschland zu wenig gewürdigt, vielfach wird Ihre Leistung von Ärzten als nicht notwendig betrachtet.
Die Schulter ist ein sehr komplexes Gelenk. Ich komme beständig wenn auch nur langsam voran. Da ist Geduld gefragt.
Es ist vielfach nachzulesen, das bei Diabetikern Knochenbrüche langsamer verheilen und es vermehrt zu Komplikationen kommen kann. Angeblich verkürzt sich die Gelenkkapsel im Oberarm bei Diabetikern schneller als bei gesunden Menschen. Arbeitskollegen sagen mir jedoch, das sie den Eindruck haben, dass meine Knochen schneller verheilt und meine Beweglichkeit schneller wieder da ist, als bei anderen. Ich habe mich vor einem Jahr in einem Internetselbshilfeforum über Tibiakopffrakturen registriert. Lese ich heute die Beiträge durch, stelle ich fest, das Patienten noch jahrelang mit einem Bruch zu Kämpfen haben. Da gibt es anscheinend Widersprüche zwischen Lehrbuch und Wahrnehmung und ein Faktor, der für Viele gar nicht so offensichtlich ist. Eine gute Freundin hat mir ein YouTube Video gesendet, was ich gerne weiterleiten möchte:

Halte ich mir die Geschichte von Arthur vor Augen, dann sage ich:

Das Ziel ist klar: Wir sehen uns in Motala.

Arndt

Unser letztes (Winter)training

Gestern haben wir zu sechst die letzte Wintertrainingsrunde absolviert. 72Km über sonnenerwärmte, ruhige Straßen rund um Bargteheide.

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Gleich zu beginn der Tour konnten wir den letzten Schnee ausnutzen um die Räder zu schonen. Statt gefahren wurde geschoben. Aber nur ca. 100 Meter, dann ging es weiter.

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In der Mitte der Tour war eine Pause angesagt. Das ursprünglich von mir eingeplante Cafè im Schloss Tremsbüttel war noch geschlossen. Das Ausweich-Café in einer ehemaligen Dorfschule in Hammoor war, abgesehen von der etwas zickigen Bedienung, annehmbar. Hier trafen wir auf eine schwedische Reisegruppe. Einer der Schweden hatte an seiner Jacke einen Vätternrundan Aufnäher. Im Gespräch mir ihm stellte sich herraus, das er die 300km lange Runde bereits 38 mal gefahren hatte. Wow! Wir sechs Radler kamen zusammen insgesamt nur auf 15 Runden…

Dieses Jahr fahren Holger, Arndt, Andrees und meine Frau Geli zusammen nach Schweden. Bis dahin muss (sollte) noch fleissig trainiert werden.

Ob, wann und wie ich das Freitagstraining in Zukunft durchführen werde, überlege ich mir im Laufe dieser Woche. Der nächste gemeinsame Termin steht aber schon fest: kommen Sonntag fängt die RTF Saison in Hamburg mit der Harburger ELBE Classic RTF ab HH-Hausbruch an. Wir treffen uns um 8:45 mit Startnummer! in der Nähe des Startes. Ihr müsst also vernünftigerweise um 8:30 vor Ort sein um Euch anzumelden.

Die RTF Termine findet Ihr bei Helmut http://helmuts-fahrrad-seiten.de/Termine-RTF-Radtour.html

Bis Sonntag,

Pitt 01776477920

 

 

Fasten mit Diabetes und Bewegung – ein Tagebuch

Ich bin ein 53 jähriger Mann, sportlich, Typ 1 Diabetiker und faste, seit ca.30 Jahren mehr oder weniger regelmäßig, einmal im Jahr.

Angeregt durch einen Artikel in der „TOUR “ über Fastentage mit sportlicher Betätigung und weil in den einschlägigen Foren Typ 1ern vom Fasten abgeraten wird, schreibe ich hier über meine Erfahrungen, die ich beim diesjährigen Fasten gemacht habe.

Montag 11.3. 2013  ENTLASTUNGSTAG

Der Entlastungstag soll dazu dienen, den Körper auf das Fasten einzustimmen.

Da ich vorige Woche in Schweden zum Skilaufen war, fing mein Entlastungstag auf der Fähre von Göteborg nach Kiel an. Ein leichtes Frühstück, (2 Scheiben Knäckebrot, ein kleines Müsli) das wars. Das Mittagessen war ebenso schmal, Knäcke mit Quark. Abends als Krönung des Tages gab es 2 Äpfel…

Dienstag  1. FASTENTAG

Der Tag fängt, nachdem ich morgens gegen halb 5 einen ordentlichen Schluck aus der Glaubersalzpulle genommen habe, und danach noch bis zum Weckerklingeln weitergeschlafen habe, auf der Toilette an.

Nach der Darmentleerung mache ich meine allmorgendliche Gymnastik, bestehend aus einem Aufwärmprogramm mit 30 Kniebeugen, 30 Situps, 30 Liegestütz und etwas Kurzhanteltraining. Nach dem Aufwärmen mache ich verschiedene Dehnübungen und danach noch ein paar Klimmzüge.

Nach der Gymnastik und der Dusche gehe ich zur Arbeit, versuche, mich heute nicht stressen zu lassen, was am ersten Tag nach dem Urlaub gar nicht so leicht ist.

Sportliche Aktivitäten habe ich, außer Morgengymnastik und einem längeren Abendspaziergang keine.

Zu mir genommen habe ich, außer einem leicht gesüßtem schwarzen Tee am Morgen, diversen Kräutertees teilweise mit etwas Honig und einem Gemüsesaft, nichts.

Gegen Mittag hatte ich einen Termin bei Airbus. Um sicher zu gehen, dass ich nicht plötzlich bei der Baubesprechung unterzuckere, habe ich vorsichtshalber einen Bonbon gelutscht.

Insgesamt habe ich mich den Tag über etwas schlapp gefühlt. Die ganze Zeit leichte Kopfschmerzen. Und ich habe mich hin und wieder gefragt, wieso ich mir so was antue…

Meinen Blutzucker habe ich bewusst im Bereich zwischen 100 und 160mg/dl gehalten. Sicher ist sicher…

Das Basalinsulin (Levemir) habe ich fürs Erste von 20 auf 16 Einheiten reduziert. Novorapid über den Tag verteilt 3x 1 Einheit Korrektur.

Mittwoch, 2. FASTENTAG

Nachdem ich nicht so tief und fest wie normalerweise geschlafen habe, fängt der Tag mit der oben beschriebenen Morgengymnastik an. Die Arme und Beine fühlen sich deutlich schlapper als normal an. Ein Zeichen dafür, dass die Glukosespeicher in den Muskeln sich leeren.

2013-03-13_13-10-08_739Mittags drehe ich im Stadtpark eine 6km Runde auf Langlaufskiern. Beine sind in den ersten 10 Minuten etwas müde, das legt sich aber, sobald mein Körper sich auf die Belastungsintensität eingestellt hat.

Zu mir genommen habe ich ungefähr das Gleiche wie gestern. Vor der Stadtparkrunde habe ich schnell noch 0,3 Liter Saft mit 36 Gramm Kohlenhydraten getrunken. (Man gönnt sich ja sonst nichts)

Nach dem Skilaufen messe ich einen Blutzucker von 250mg/dl, den habe ich mit 2 Einheiten Novorapid korrigiert. Ansonsten war der BZ den Tag über OK.

Abends in der Kneipe mit Freunden. Ich bin hypnotisiert vom Anblick der Pizza. So lange das Essen auf dem Tisch steht, läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Ich bleibe standhaft! Logisch ;-)

Donnerstag, 3.FASTENTAG

Ich wache vor dem Weckerklingeln mit Kopfschmerzen und Schwindel auf. Messe einen Blutzucker von 41mg/dl. Trinke 0,3L Saft mit insgesamt 3 BE

Jetzt, wo der Kopf auf diese Weise wieder hergestellt ist, mache ich mir einen schönen Einlauf…

Nachdem ich ältere Fasten / Diabetesprotokolle durchgesehen habe, fällt mir auf, dass ich früher das Basalinsulin für die Nacht auf 10 Einheiten reduziert habe. Aha!

Für die übliche Morgengymnastik lasse ich mir Zeit, mache sogar ein paar Klimmzüge mehr als üblich. Vielleicht bin ich schon leichter geworden?

Gewogen habe ich mich dieses Jahr leider nicht vor dem Fasten. Aber die Erfahrung sagt mir, das ich am Ende einer kompletten Fastenwoche 2-3Kg weniger wiege als vorher.

Bevor ich zur Arbeit fahre, teste ich, ob ich Keton im Urin habe. Der Acetongehalt ist ein Stoffwechselabfallprodukt der Fettverbrennung. Wie erwartet ist der Ketongehalt im Urin leicht erhöht, liegt aber im Bereich der normalen „Hungeracetons“ den man auch bei gesunden Sportlern nach einer längeren Ausdauereinheit nachweisen kann.

In der Abenddämmerung laufe ich noch eine gute Stunde Ski. Auf den ersten Metern sind Beine und Arme extrem müde. Nach etwa 5 Minuten hat sich mein Körper auf die Belastung eingestellt. Wenn ich vom klassischen Stil zum Skaten übergehe werden andere Muskeln beansprucht und das Gefühl lahme Beine zu haben tritt erneut auf, gibt sich aber nach ein paar Metern. Energie aus Fettverbrennung wird eben langsamer zur Verfügung gestellt als Energie aus Glucose.

Freitag 4. FASTENTAG

Heute morgen trotz Reduzierung des Basalinsulins auf 10 Einheiten wieder mit einem Blutzucker von 40gm/dl aufgewacht. Unangenehm. Also werde ich heute Abend noch weiter reduzieren.

Der (Fasten)Tag verläuft ruhig. Ich habe ein gutes, leichtes Körpergefühl. Kein Hunger, keine Müdigkeit.

Nachmittags drehe ich eine 2 ½ Stunden Runde auf dem Rennrad. Auf trockenen Straßen durch die verschneite Landschaft. Wunderbar!

Ich fühle mich fit. Vor allem auf langen Geraden, wo ich gleichmässig und rund treten kann fühle ich mich überhaupt nicht angestrengt. Die fürs radeln benötigte Energie wird problemlos vom Körper zur Verfügung gestellt.

Wer lange Distanzen oder Radmarathons fährt, kennt das Gefühl: Die Beine fühlen sich zwar müde an, aber das ist egal, weil man trotzdem gut, kraftvoll und schnell fahren kann.

Kohlenhydrate habe ich weder vor noch nach dem Radeln zu mir genommen, der Blutzucker bleibt konstant bei Werten um die 120mg/dl.

Samstag, 5. FASTENTAG

Heute Morgen wache ich früh auf. Kein Problem, den leichten Schlaf kenne ich von früheren Fastenzeiten. Wer fastet, hat einen leichteren Schlaf, wacht morgens früher auf. Sofern man sich darüber nicht grämt, sondern sich über die gewonnene Zeit freut, ist das ja kein Problem.

Mein Blutzucker liegt bei 60mg/dl. Ein Saft, ein Einlauf, Morgengymnastik und der Tag kann beginnen.

Mittags bin ich eigentlich zu Kanufahren verabredet. Da aber die Kanäle zugefroren sind, beschließen wir Paddler eine größere Runde auf Langlaufskiern in einem Naturschutzgebiet zu drehen. Wahrscheinlich die letzte in diesem Winter.

Auf dem Weg zum Skigebiet messe ich einen Blutzucker von 220mg/dl. Ich spritze eine Einheit Novorapid zur Korrektur. Böser Fehler!

Nach ca. 30 Minuten auf Skiern bin ich so unterzuckert, dass ich kaum noch denken, sehen, laufen oder stehen kann :-(

2 BE Traubenzucker bringen das Gehirn wieder in Schwung. Eine Stunde später benötige ich nochmals 2 BE. So eine derbe Unterzuckerung kenne ich sonst gar nicht. In Zukunft werde ich (beim Fasten) mit dem Korrigieren noch vorsichtiger sein.

Abends gehe ich Tanzen. Ü-40 Party… Ca. 2 1/2 Stunden tanze ich ausgelassen, freue mich über die Mittänzer/innen und meine gelungene Fastenwoche.

Gegen 2 Uhr spritze 8 Einheiten Levemir, gehe ins Bett.

Sonntag, 6.FASTENTAG

Heute Morgen messe ich einen BZ von 82mg/dl. Die 8 Einheiten von gestern Abend scheinen ausreichend zu sein.

Um 11 Uhr starten wir zu dritt zur allsonntäglichen Rennrad Trainingsrunde. Es ist kalt, windig und da wir durch den Sachsenwald fahren auch noch „bergig“. Mindestens bergauf müssen Geli und Sebastian auf mich warten. Meine Beine sind müde. In Grande machen wir eine Kaffeepause. Von dort aus radeln wir mit Rückenwind zurück nach Hamburg.

Heute habe ich während der 60km vorsichtshalber 3 BE (36 Gramm) in Form von Bonbons gelutscht. Während der Pause hatte ich einen Blutzucker von 136 mg/dl, Zuhause angekommen bin ich mit 60 mg/dl.

Zuhause setze ich mich in die Wanne bevor ich vor der Glotze Mailand – San Remo im Regen mit coolem Sieg von Gerald Ciolek gucke.

Montag, 7. FASTENTAG

Blutzucker heute morgen 62mg/dl. Ein Saft, Gymnastik, dann gehe ich raus zum Schneeschieben.

Der Rest des Tages verläuft Fasten- und Diabetesmässig unspektakulär.

Nachmittags gehe ich Skilaufen im Stadtpark und abends fahre ich auf Skiern an der Wandse entlang.

Ich kaufe ein für Morgen. Fastenbrechen. Gaaanz langsam wieder anfangen zu essen. Das Schwierigste am Fasten. Sind die Versauungssäfte erst mal wieder in Schwung, ist Disziplin gefragt. Die Versuchung, mehr zu essen als geplant ist riesengroß. Mal sehen, ob ich widerstehen kann…

Dienstag, 1. AUFBAUTAG

Der Morgen verläuft so wie die Fastentage. Gegen 10 Uhr das erste „Frühstück“: 2 Feigen, 1 halber (Mikrowellen) gedünsteter Apfel.

Mittags gönne ich mir einen Kinderbrei von Hipp, zum Dessert die andere Hälfte des Apfels. Beides mikrowellenerwärmt.

Leider kann ich nachmittags der Versuchung nicht standhalten und fange an Feigen zu futtern… Irgendwann meldet sich aber mein Magen und erinnert mich an meine Vorsätze.

Insgesamt fühle ich mich schlapper als an den Fastentagen. Wahrscheinlich benötigt der Verdauungstrakt Energie, um sich wieder einzugrooven.

Zum Abendbrot gibt es 3 Scheiben Knäcke mit Quark und einen Joghurt.

Abends bin ich in der Disco, tanze und trinke ein alkoholfreies Bier. Fetter Tag!

Mittwoch, 2. AUFBAUTAG

Auch am 2. Aufbautag gibt es keine besonderen Vorkommnisse. Ich mache morgens Gymnastik, fahre nachmittags Ski. Esse etwas mehr und etwas Gehaltvoller als am ersten Aufbautag. Die Verdauung kommt in Gang…

Ab morgen speise ich wieder „normal“.

Für die Zukunft habe ich mir vorgenommen, vor allem abends deutlich weniger Kohlenhydrate als bisher zu essen. Mal sehen, wie gut und wie lange mir das gelingt.

Fazit: Eine Fastenwoche ist eine annehmbare Herausforderung. Diabetiker haben, wie fast immer, etwas mehr zu beachten als „Gesunde“.

Und: sportliche Aktivitäten (Wettkämpfe ausgenommen) sind auch während des Fastens weniger ein Problem als eine Erfahrung.

Pitt

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