Entscheidendes Bewegen für Diabetes und Radsport

Herzlich Willkommen auf der Vereinsseite des Radsportvereins Entscheidendes Bewegen e.V. Wir sind ein Radsportverein mit diabetischen Typ I, II und Nichtdiabetikern. Du findest auf den folgenden Seiten Informationen über den Verein, die Fahrer, das Training, Radveranstaltungen, Diabetes und viele Artikel – BLOGS mit Erfahrungsberichten über Radsport und Diabetes, die du kommentieren kannst.

Schlagwort-Archiv: CGMS

Gesund und Fit in die Radsaison 2012

Die Einen wollen endlich wieder mit dem Radfahren beginnen oder fangen gerade erst an es für sich zu entdecken, die Anderen möchten ihre Leistung steigern und in der kommenden Saison ihre persönlichen Bestmarken angreifen. Egal zu welcher Gruppe man zählt, der Start in ein neues Sportlerjahr bietet stets eine gute Möglichkeit, sowohl für eine gesundheitliche, als auch leistungsdiagnostische Standortbestimmung.

Sportmedizinische Vorsorgeuntersuchung

Die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) empfiehlt Personen, die neu mit dem Sport beginnen oder nach längerer Pause wieder einsteigen eine sportmedizinische Vorsorgeuntersuchung. Als Basisuntersuchung werden hier vor allem die Anamnese, Sportanamnese und häufig ein Ruhe-EKG empfohlen (1).

Weitergehende Untersuchungen wie z.B. eine Lungenfunktionsdiagnostik oder Blutuntersuchungen können diese Untersuchung ergänzen, werden in der Regel jedoch nur bei speziellen Fragestellungen und klinischen Befunden durchgeführt. Dabei gelten diese Empfehlungen sowohl für Hobby- und Breitensportler, als auch für ambitionierte Freizeitsportler bis hin zu den Leistungssportlern. Vor allem bei sportlichem Neuanfang oder Wiedereinsteigern konnte in groß angelegten Studien gezeigt werden, dass eine Vorsorgeuntersuchung zu einer deutlichen Senkung von schwerwiegenden kardialen Problemen führte (2).

Für Menschen mit einem Diabetes mellitus wird darüber hinaus eine Belastungsuntersuchung empfohlen, da sie häufig an Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder Herzproblemen leiden und eine gefahrlose körperliche Belastbarkeit auf jeden Fall ärztlich abgeklärt werden sollte. Ebenfalls besteht häufig Beratungsbedarf bei der Anpassung von Insulin- oder Tablettendosis im Zusammenhang mit körperlichen Belastungen.

Bei individuellen Fragen gibt es die Möglichkeit sich an die Abteilung Sportdiabetologie des Instituts für Sport- und Bewegungsmedizin der Universität Hamburg zu wenden.

Individuelle Leistungsdiagnostik und Trainingsplanung

Ob Hobby-Radler oder ambitionierter Freizeitsportler, so unterschiedlich die Ziele der einzelnen Sportler sind, so individuell sind auch die Voraussetzungen, mit denen die sportlichen Herausforderungen in Angriff  genommen werden. Um seine Ziele optimal erreichen zu können, und möglichen Überlastungen entgegen zu wirken, empfiehlt sich die Durchführung einer Leistungsdiagnostik. Dabei stellt die Spiroergometrie (Atemgasanalyse), häufig in Verbindung mit einem Blut-Laktattest, seit vielen Jahren den Goldstandard zur Ermittlung der individuellen Ausdauerleistungsfähigkeit dar. Dabei werden während einer standardisierten und stetig ansteigenden Belastung, kontinuierlich Atemgas-Parameter (O2, CO2), Blutlaktatwerte und Herzfrequenzwerte gemessen und anschließend zur Bestimmung individueller Schwellen analysiert. Aus diesen lassen sich dann gezielt Trainingsbereiche ermitteln, die dann z.B. über die Herzfrequenz im Training kontrolliert werden können.

Generell sollte die Ausdauerdiagnostik sich dabei immer an der Zielsportart orientieren und sportartspezifisch durchgeführt werden, um die Ergebnisse bestmöglich für die Trainings- und Wettkampfsteuerung nutzen zu können. Es macht wenig Sinn, einen Radfahrer auf dem Laufband zu testen, da die Ergebnisse sich nur sehr schlecht in die Praxis übertragen lassen. Idealerweise findet die Leistungsdiagnostik mit einem auf die Bedürfnisse von Radsportlern angepassten Ergometer mit entsprechendem Testprotokoll statt. Moderne Hochleistungsergometer ermöglichen hierbei dem Straßenrennrad ähnelnde Sitzpositionen und hohe Trittwiderstände.

Da sitzt ja eine unserer Botschafterinnen auf dem Rad

Anja Renfordt, Weltmeisterin im Kickboxen, aktives Entscheidendes Bewegen Mitglied, beim Leistungstest

 

Die Ergebnisse der Leistungsdiagnostik liefern für den Radsportler dann wertvolle Ergebnisse bezüglich seines aktuellen Fitness- bzw.  Ausdauertrainingszustandes. Darüber hinaus liefert sie Einsichten in seinen Energiestoffwechsel und ermöglicht die Ermittlung geeigneter Trainingsbelastungen. Diese stellen dann eine wichtige Steuergröße zur Vermeidung von Überlastungen dar und können gezielt zur  Erreichung von Trainings- und Wettkampfzielen eingesetzt werden. Gesteuert wird das Training dabei üblicherweise über Herzfrequenzen und für den aktiven Radfahrer genügt dann ein einfacher Herzfrequenzmesser zur Belastungssteuerung. Gibt es zusätzlich noch die Möglichkeit die Herzfrequenz zu speichern, kann man das Training im Nachhinein analysieren und entsprechende Anpassungen vornehmen.

Was für den Trainingsaufbau von Sportlern grundsätzlich wichtig ist, ist für Sportler mit Diabetes besonders wichtig, denn zusätzlich besteht hier immer die Gefahr, dass sie von Unterzuckerungen während oder nach der Belastung überrascht werden. Dass der Blutzucker gelegentlich wie eine Achterbahn rauf- und runterrauscht, haben die meisten Diabetiker auch schon am eigenen Körper erlebt. Da sich der Stoffwechsel kaum realistisch und nur sehr grob über allgemeine Formeln steuern lässt, ist eine individuelle Leistungsdiagnostik und kontrollierte, herzfrequenzbasierte Belastungssteuerung für Sportler mit Diabetes mellitus (v.a. Typ I Diabetiker) dringend zu empfehlen.

Für eher leistungsorientierte Radfahrer empfiehlt es sich, neben einer spiroergometrischen Belastungsuntersuchung, den Blutzuckerverlauf über mehrere Tage aufzuzeichnen. Dies geschieht, durch sogenannte kontinuierliche Glukose-Messsysteme (CGMS),  die in der Lage sind, die Glukosekonzentration im Unterhautfettgewebe für fünf bis sechs Tage kontinuierlich zu messen und zu speichern. Dadurch ergeben sich vielfältige Möglichkeiten für die individuelle Wettkampftaktik. Darüber hinaus ist es für Sportler, die immer wieder Schwierigkeiten mit Unterzuckerungen bei Belastungen haben, eine enorme Hilfe zu wissen, wie sich der Glukoseverlauf vor und nach dem Sport verhält.

Neben einer Leistungsdiagnostik spielt eine gute Trainings- und Wettkampfplanung eine entscheidende Rolle zur Aufrechterhaltung der Motivation und der Durchführung eines   möglichst effektiven Trainings. Dabei entscheidet neben der aktuellen Ausdauerleistungsfähigkeit, hier vor allem das angestrebte Ziel über Umfang und Intensität der einzelnen Trainingseinheiten. Grundsätzlich ist es wichtig, in der Trainingsgestaltung einen geplanten, längerfristigen Prozess zu sehen, der im zeitlichen Verlauf verändert und angepasst werden muss. Ob es nun das Ziel ist, Anfang April mit Touren um die 70 Kilometer die Radsaison einzuleiten oder die persönliche Bestzeit bei den Cyclassics zu fahren – bewährte Prinzipien der Trainingslehre helfen dabei eine individuelle Trainingsplanung zu gestalten.

Obwohl es kaum möglich ist, allgemeingültige Regeln für die zeitliche Abfolge von Trainingsbelastungen aufzustellen, lässt sich das Training in eine gewisse planmäßige  Struktur bringen, welche oft als Periodisierung bezeichnet wird.  Dabei unterscheidet man zwischen verschiedenen Zeitspannen. Beginnend vom Makrozyklus (1/2 – 1 Jahr) über den Mesozyklus (4-12 Wochen) hin zum Mikrozyklus (1 Woche) werden hier nun die verschiedenen Trainingsziele in einzelnen Etappen Schritt für Schritt aufeinander aufgebaut. Man kann z.B. mit dem Aufbau der Grundlagenausdauer in der allgemeinen Vorbereitungsperiode beginnen und in einem anschließendem Trainingszyklus in die spezielle Vorbereitungsperiode übergehen, in der bereits wesentlich näher am späteren Leistungsziel Trainiert wird (z.B. längere Trainingseinheiten, Temposteigerung, etc.) (3).

Für sämtliche Zyklen kann man dabei auf allgemeingültige Grundsätze der Trainingslehre zurückgreifen, von denen einige der elementarsten lauten: Prinzip der Kontinuität, Prinzip von Belastung und Regeneration, Prinzip der progressiven Steigerung und Prinzip der Variation. Um einen möglichst guten Überblick über seinen Trainingsstand zu erhalten, empfiehlt es sich, dass Training möglichst kontinuierlich zu dokumentieren. Dadurch können rechtzeitig Abweichungen von den jeweiligen Zielvorgaben frühzeitig erkannt und gegebenenfalls entsprechende Korrekturmaßnahmen vorgenommen werden (4).

Für weitere Informationen über Dienstleistungen zur Trainingsplanung und Trainingssteuerung kann man sich ebenfalls an die Abteilung Sportdiabetologie des Instituts für Sport- und Bewegungsmedizin der Universität Hamburg wenden.

Ausgleichstraining für den Radfahrer

Ob man die Wintermonate radfrei im Fitness-Studie verbringt, oder sich, sobald es die Wetterverhältnisse erlauben, wieder auf die Straße begibt ist sicherlich individuell unterschiedlich und größtenteils auch Geschmacksache.

Sobald die neue Saison dann jedoch Anfang April eingeläutet wird, trainieren viele Sportler ausschließlich auf und mit dem Rad. Sie unterliegen dabei sportartbedingt einseitigen Belastungen, da stets die gleichen Muskelgruppen beansprucht werden. Beim Radfahrer sind dies vor allem die Muskeln der Hüft- und Kniebeuger, sowie die  Brustmuskulatur, die durch eine ständige Beanspruchung häufig verkürzen. Im Gegensatz dazu neigen die Rückenmuskeln, Schulterblattmuskeln, sowie Bauch- und Gesäßmuskeln mangels Beanspruchung zur Abschwächung. Darüber hinaus konnte in Untersuchungen gezeigt werden, dass je sportlicher die Sitzposition gewählt wird, desto höher fällt die Anspannung der Muskulatur der Halswirbelsäule aus.

Langfristig kann dies zu Beschwerden am Bewegungsapparat bis hin zu ernsthaften orthopädischen Krankheitsbildern führen. Bevor es jedoch so weit kommt, empfiehlt es sich regelmäßig Alternativsportarten wie Schwimmen, Inline-Skaten oder Ausgleichsgymnastik zu betreiben. Der Schwerpunkt sollte dabei auf einer Kräftigung und Mobilisierung der gesamten Rumpfmuskulatur liegen. Selbst auf dem Rad kann es sinnvoll sein, die Sitzposition ab und zu variieren. Besonders eine stark gestreckte Sitzposition führt zu einer ausgeprägten Überdehnung der Rückenstrecker und damit gleichzeitig zu einer noch stärkeren Schwächung der Bauchmuskulatur.

Für ein Ausgleichstraining bieten sich natürlich vor allem die Wintermonate an, jedoch ist auch währende der ganzen Saison ein Alternativtraining sinnvoll. Sollten bereits Beschwerden am Bewegungsapparat bestehen (Rücken- oder Nackenschmerzen, Knieschmerzen, etc.) ist es dringend geraten sich ärztlich untersuchen zu lassen.

Weitere Informationen und ein Angebot für Entscheidende Beweger:

Wir haben ein Angebot für alle, die mit uns regelmäßig fahren:
 
Leistungsdiagnostik:
Eine Leistungsdiagnostik kostet im Institut normalerweise 180 €. Darauf erhalten alle FahrerInnen einen Rabatt von 20% und zahlen nur 154 €.
CGMS:
Paket 1 – Standard: medtronic  i-pro, Sensor Anlegen, Einweisung, Protokollpflege, Datei auslesen, Datenblatt   für 72,30 € ( normal = 104,00 € )  Preisnachlass von mehr als 30%
Paket 2- Professional:  wie Paket 1; zusätzlich ärztliche Auswertung und Bericht für 114,86 Euro ( normal = 174,54 €) Preisnachlass  von mehr als 35% 

 
Eine Anmeldung zur Untersuchung ist über die  www.sportdiabetelogie.de - Website möglich.
Hier gibt es auch Informationen über Art und Umfang der Untersuchungen. Für weitere Informationen zur Leistungsdiagnostik und Trainingssteuerung:  www.xing.de/kaiwellmann
 

 [Quellen]

1.        Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention. S 1- Leitlinie Vorsorgeuntersuchung im Sport. 2007  [cited 2012 Feb 20];Available from: http://www.dgsp.de/_downloads/allgemein/S1_Leitlinie.pdf

2.        Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention. Voruntersuchungen bei sportlichem Neuanfang. [cited 2012 Feb 20];Available from: http://www.dgsp.de/_downloads/allgemein/2012-02-09.pdf

3.        Weineck J. Optimales Training. Spitta; Auflage: 16. Auflage.; 2009

4.        Braumann K-M, Stiller N. Bewegungstherapie bei internistischen Erkrankungen. Springer; 2009

 

Kai Wellmann

Sport- und Bewegungsdiabetologie

Vorwort:

Was für den Trainingsaufbau von Sportlern grundsätzlich wichtig ist, ist für Sportler mit Diabetes besonders wichtig, denn zusätzlich müssen diese ihren Energiestoffwechsel so steuern, dass sie nicht von Unterzuckerungen während oder nach der Belastung überrascht werden.

Der Autor des nachfolgenden Artikels setzt sich mit dem zusätzlichen Nutzen sportmedizinischer Erkenntnisse für die Einstellung und Behandlung des Diabetes auseinander. Als Diabetologe, Mitgründer von ’Entscheidendes bewegen’, und selbst aktiver Rennradfahrer kennt er die Wechselwirkungen Sport und Diabetes sehr gut.

Den Weg frei machen

Hypos nach Sport und Bewegung müssen nicht sein. Einfache Testverfahren geben klare Antworten und können helfen, Strategien zu entwickeln um gegen böse Überraschungen gewappnet zu sein.

Mit der Gründung des Arbeitsbereiches „Sportdiabetologie“ hat das Institut für Sport- und Bewegungsmedizin die lang erwartete Verbindung zwischen der Diabetologie und den Sportwissenschaften geschlossen. Sportmedizinisches Fachwissen mit den Erkenntnissen der Diabetologie zum Nutzen der an Diabetes erkrankten Menschen zusammenzubringen ist der Anspruch der Initiatoren:

 Professor Klaus Michael Braumann leitet als Universitätsprofessor für Sportmedizin das Institut für Sport und Bewegungsmedizin in Hamburg. 

Das Institut hat einen guten Namen in der Sportmedizin. Neben Nationalmannschaften werden auch Bundesligamannschaften verschiedenster Sportarten hier sportmedizinisch betreut.

Selbstverständlich sind Messmethoden und Geräte auf einem hohen, professionellen Stand.

 

 

Jörg-Elmar von Hübbenet (Facharzt für Allgemeinmedizin und sportmedizinisch orientierter Diabetologe) ist seit Jahren mit der Anwendung der CGM-Systeme vertraut.

Nach der Abgabe seiner Schwerpunktpraxis ist er projektverantwortlich für den Arbeitsbereich Diabetologie des Institutes. 

 

 

 

 Der Arbeitsbereich bietet neben seiner Arbeit im Forschungs-und Projektbereich eine sportmedizinische Sprechstunde für Menschen mit Diabetes an. 

 

Die Sprechstunde wird von der Ärztin Katrin Kauschke betreut. Als ehemalige Leistungssportlerin ( Kapitänin der in Barcelona siegreichen Hockey-Olympiamannschaft) kennt sie die Herausforderungen Sport treibender Menschen sehr genau und kann dies medizinisch umsetzen.

 

 

 

 

 

Nur genaue Untersuchungen führen zu verwertbaren Empfehlungen

Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf körperliche Belastung. Bei Menschen kommt eine weitere individuelle Variante dazu – der Glukosestoffwechsel. Bei so vielen Unbekannten können allgemeine Empfehlungen zu leicht zu völlig unerwarteten Ergebnissen führen. Pulsbezogene Formeln z.B. zur Festlegung der individuell günstigsten Herzfrequenzbereiche für ein optimales Training können in bis zu 60% der Fälle von den tatsächlichen Werten abweichen.

Ohne Kenntnis der individuellen Werte kann es passieren, dass man sich bereits im intensiven (anaeroben) Bereich bewegt, obwohl die Herzfrequenz relativ niedrig zu sein scheint und man deshalb glaubt, sich noch im energetisch günstigeren aeroben Bereich zu befinden.Leistungsabfall und Unterzuckerungen können dadurch entstehen. Nur individuell und präzise durchgeführte Untersuchungen können diese Überraschungen vermeiden helfen.

Goldstandard ist ein Leistungstest mit Laktat- und Atemgasmessung

 Wir empfehlen neben der körperlichen Untersuchung den Leistungstest zum Bestimmen der  anaeroben Schwelle ( IAAS ). Diese Ergometeruntersuchung sollte unter Einschluss der Untersuchung der Atemgase möglichst sportartspezifisch durchgeführt werden. Anhand der ermittelten Laktatwerte lässt sich die aerob-anaerobe Schwelle individuell verlässlich bestimmen.Das Institut für Sport und Bewegungsmedizin ist Stützpunkt für professionell betreute Sportarten, ist also in der Lage diese Untersuchung sportartspezifisch durchzuführen.

 Die in der Untersuchung ermittelte Pulszahl beschreibt den Punkt, an dem der Stoffwechsel durch unzureichende Sauerstoffversorgung in eine unökonomische Verbrennung von Glukose eintritt.

Ein Trost: durch systematisches Training kann die Schwelle nach oben verschoben werden; ein größerer effizienter Belastungsbereich steht zur Verfügung.

 

Neue Einblicke in den Blutzuckerverlauf von Sportlern gewinnt man durch die Verwendung von kontinuierlichen Glukose-Messsystemen ( CGMS). Diese kleinen inzwischen recht genauen Systeme sind in der Lage, die Glukosekonzentration im Unterhautfettgewebe für fünf bis sechs Tage kontinuierlich zu messen und aufzuzeichnen. Es ist ungeheuer hilfreich zu wissen, wie sich der Glukoseverlauf vor und nach dem Sport verhält. ( vergleiche auch Artikel zu CGMS ).

Wie kommt man zu praktischen Aussagen?

Da die individuelle aerob-anaerobe Schwelle die an ihr anliegende Herzfrequenz als Kennzahl hat, brauch man nur noch eine Pulsuhr, welche die Herzfrequenz während des realen Trainings aufzeichnet und deren Werte hinterher auslesbar sind:

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Die SRM Datei – fast wie Formel 1

Legt man die Kennzahl des Schwellenpulses als Line an die Pulsdatei, kann man unschwer ablesen, wie häufig und wie lang man sich im anaeroben Bereich bewegt hat. Daraus lassen sich Schlüsse für die Insulinbehandlung und Wettkampftaktik ableiten.

Wenn man es ganz genau wissen will.

Ein mit einer Kraftmessung ausgestattetes Sportgerät lässt eine noch genauere Analyse zu. Für den Radsport gibt es unterschiedliche Systeme. Das unserer Meinung nach optimale System ist das von SRM.

 

 

Das Institut ist in der Lage, Radsportlern ein mit einem SRM System ausgestattetes Rennrad ( Rennrad mit Ergometer ) zur Verfügung zu stellen und so sehr präzise Messungen unter realen Bedingungen durchzuführen.

 

 

 Zusammenfassung

Für eine genaue Festlegung der Trainingsbereiche und –Intensitäten ist ein ordentlich durchgeführter Leistungstest zur Bestimmung der aerob-anaeroben Schwelle notwendig. Die zusätzliche Analyse des realen Trainings mittels Pulsuhr und CGM-System lässt verlässliche Aussagen zum störungsfreien Trainings-aufbau und Wettkampfvorbereitung zu. Mithilfe der gewonnenen Daten lassen sich Trainingspläne erstellen, die Trainingseffekte überprüfen oder ggf anzupassen.

Interessierte wenden sich an:

Institut für Sport- und Bewegungsmedizin eV

Abteilung für Sportdiabetologie
Mollerstr. 10; D 20148 Hamburg
Tel. +49 40 42838 6339/3599; Fax +49 40 42838 2646
http://www.sportmedizin-hamburg.com

CGMS – Kontinuierliche Zuckermessung: Cola oder Selters ?

Wäre das nicht schön, mit einem Blick auf das Display zu wissen, wo man steht und wohin die Blutzuckerreise geht?  Die medizintechnische Entwicklung ist in den letzten Jahren deutlich vorangekommen. Insbesondere konnten Zuverlässigkeit und Genauigkeit weiterentwickelt werden.

Was aber können die kleinen Wundergeräte wirklich und welche Arten gibt es? Der vorliegende Artikel gibt einen Überblick und eine subjektive Einschätzung zum Einsatz und Nutzen der Helferlein.

Die Funktionsweise

Im Gegensatz zur kapillaren Blutzuckermessung, die die Bezugsgröße darstellt, messen die „kontinuierlichen Glukosemesssysteme ( CGMS )“ den Zucker im Unterhautfettgewebe. Ständig anfallende Messimpulse werden im Sekundenintervallen zu Messwerten zusammengefasst und gespeichert.

Dies ist der große Vorteil der CGMSysteme; sie erfassen auch jenseits der traditionellen Mehrpunkt-Blutzuckermessmethode anfallende Werte ( zwischendrin und nachts z.B. ) und lassen so wesentlich präzisere Aussagen über den Blutzuckerverlauf, die therapeutische Einstellung, körperliche und seelische Belastungen zu.

Der in das Fettgewebe zu setzende Sensor, ist inzwischen sehr klein geworden und hält ca. fünf Tage, danach muss er ausgetauscht werden.

So gut die Systeme heute sind, sie haben einen Haken – die Werte müssen mit kapillaren Referenzwerten abgeglichen werden; um das konventionelle  Blutzuckermessen kommt man zumindest einige Male pro Tag nicht herum.

Cola oder Selters,

Dennoch: der Vorteil ist bedeutend. Alle Systeme haben heutzutage ein Trendsystem. Dieses zeigt an, welche Entwicklungstendenz der Zucker hat. Einblick auf das Display und man weis, ob man einen Schluck Cola oder lieber Wasser trinken, oder gar Insulin spritzen sollte.

Unterschiedliche Systeme auf dem Markt.

Es sind unterschiedliche Systeme auf dem Markt. Sie unterscheiden sich in erster Linie durch ihre Funktionen, in zweiter Linie durch ihr herstellerspezifisches Profil.

Die Funktionen:

a) Recorder

Den Zuckerverlauf messen und auslesbar aufzeichnen ( Recorderfunktion) ist die Grundlage, dieses können alle auf dem Markt befindlichen Geräte. Hierzu ist eine herstellerspezifische Software erforderlich, diese sollte man sich in jedem Fall vorher angucken, bevor man sich entscheidet; denn das Komplettpaket entscheidet.

b) Real-Time-Darstellung

Diese Geräte erweitern die Funktionen der o.g. um eine Funkstrecke zu einem handlichen Display. Auf diesem wird der aktuelle Zuckerwert und Trend dargestellt; ältere Werte können jederzeit abgerufen werden.

 

Im Grunde genommen wird die technologische Entwicklung der CGMSystme von dem Erreichen eines geschlossenen Messkreislaufes, dem „closed loop“ getrieben.

Darunter versteht man die Verbindung der Messeinheit mit einem Gerät, dass die übertragenen Impulse in Insulingaben oder Unterbrechung der Insulinzufuhr – also einer Insulinpumpe – umsetzt. Der closed loop ist in Sicht, aber noch nicht erreicht.

Dennoch ist es grandios in jeder Situation im Bilde zu sein, und gegebenenfalls bei einer drohenden Unter- oder Überzuckerung durch einen Alarm  aufmerksam gemacht zu werden.

c) spezielle Recorder

zeichnen sich neben Genauigkeit und Zuverlässigkeit durch ihre Miniaturisierung aus. Sie sind leicht und wassergeschützt. Mit diesen Minigeräten ist fast jede Sportart möglich.  Sie sind eine große Hilfe in der Sport- und Bewegungs-Diabetologie. Ohne körperliche Beeinträchtigung und ohne stets ich Reichweite bleibenden Monitor zeichnet das Gerät auf.

Ein weiterer praktischer Vorteil ist, der Recorder bleibt an einem dran, man kann nie „außer Reichweite“ sein, was bei den Monitorgeräten schon mal vorkommt, denn dort ist der Recorder im Monitor untergebracht. Das Ergebnis sind ununterbrochene Zuckerwerte.

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Welches Gerät für wen?

 ,…ist keine prinzipielle Frage, sondern hängt davon ab, was man herausbekommen möchte. Ein grobes Schema soll helfen eine Antwort zu geben.

 Pumpenträger Medtronic – minimed bietet mit den aktuellen Pumpen die Möglichkeit ein CGMS anzuschließen. Eine „Halbautomatik“ hilft Entgleisungen zu vermeiden
Ich will wissen, was mein Zucker macht  CGMS mit Monitor
Ich will meine ICT-Realität unbeeinflusst abbilden Recorder 
Sportdiabetologische Fragestellungen  Recorder

Für die im August anstehenden Vattenfall-Cyclassics und Rad am Ring ( 20/21AUG) stehen uns Geräte verschiedener Hersteller  zur Verfügung. Um ein solches Gerät nutzen zu können, bedarf es der vorherigen Anmeldung.

Jörg von Hübbenet, Facharzt für Allgemeinmedizin, Diabetologe DDG
Institut für Sport und Bwegungsmedizin, Abteilung für Sport- und Bewegungsdiabetologie. Mollerstr. 10;  D 20148 Hamburg Tel. +49 40 42838 6339/3599; Fax +49 40 42838 2646
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